Blogtheater

Freitag, 29. April 2011

Blick auf die Menschheit

Taschendiebjenny sitzt auf einer Wolke und begreift. Sie ist nun etwas anderes, lebt in einer astralen Dimension. Sie sieht die brennende Welt unter sich, sieht Vergangenheit und Gegenwart. Sie kennt die Zukunft und ihren Weg.

Aber das ist nun alles unwichtig, jetzt, wo es die Menschheit an ihrem ursprünglichen Ort nicht mehr geben wird. Eigentlich gibt es nichts mehr, was wirklich wichtig ist, außer vielleicht das Sein selbst.

Die Menschheit macht sich nun auf den Weg zu einem neuen Ziel. Bald, zumindest. Es wäre schön gewesen, wenn es die Erde noch eine Weile länger geben würde. Dann wären mehr Menschen wie ein Wunder plötzlich da gewesen, noch mehr Milliarden davon. Doch auch das ist egal. Diese Teile der menschlichen Gemeinschaft werden eben erst später das Licht der Welt erblicken, an einem Ort, der zwar noch nicht das endgültige Paradies ist, aber immer noch besser als der Schmelztiegel mit dem Namen "Erde", von dem sie alle gekommen sind. Von dem die Letzten immer noch kommen.

Jenny wartet. Sie ist nun woanders, in einer Stufe dazwischen. Sie wartet auf den großen Aufbruch. Doch "warten" kann man das nicht nennen. Denn sie wünscht sich gerade nichts mehr, als dass jeder einzelne Moment zur Ewigkeit wird. So glücklich ist sie mit ihrem gegenwärtigen Sein. Es ist wie eine Entschädigung für all das Leid und die Unbehaglichkeiten ihres Lebens.
Sie schwelgt dahin, wenn sie einen Sonnenuntergang sieht, oder das Glänzen des Morgentaus. Und sie ist zu Tränen gerührt, wen sie den vielschichtigen Symphonien des Windes zuhört. Doch wenn die Zeit für den Aufbruch gekommen ist, wird sie ihr Jetzt verlassen, mit all den anderen Milliarden.

Dienstag, 12. April 2011

Eine neue Zukunft

Hier sitze ich auf den Gipfeln des Berges,
blicke auf die Felsen mit ihren Ecken und Kanten
sie sehen aus wie die Ruinen meines Lebens
in einer Welt nach den Welten.

Der Wirbel legt sich allmählich.
Man kommt zur Ruh,
findet sich wieder ein in die Zivilisation.
Oder das was davon noch übrig geblieben ist.

Taschendiebjenny

Mittwoch, 30. März 2011

Ex zurück und alles gut

Das dachte ich wenigstens eine Zeit lang. Dass ich den Ex zurückwollte. Der wäre hier auch genau richtig. War ein echter Kerl. Hat sich damals, als alles zusammenbrach, gut geschlagen. Da redeten sie alle von irgendwelchen Körnern, die schmelzten; auf der Straße, in den Computern, im Fernsehen. Das hielten die für so gefährlich, dass sie einem im Supermarkt kaum noch Essen verkauften, erstmal. Und anscheinend hatten sie recht. Es ist ja kein Hirngespinst, dass all die Katastrophen ausgelöst hat. Das war eine schlimme Zeit und er stand da noch bei mir, bevor er sich den Aasgeiern angeschlossen hat, den Gesetzlosen vor den Städten und Siedlungen.

Als ich mal alleine von der Kantine zu unserer Stelle zurückgekehrt bin, habe ich zufällig an ihn gedacht, und wie gut es wäre, wenn er mich noch immer beschützt hätte. Ein paar dieser zerlumpten Lepragestalten sind mir da gerade hinterhergestiegen. Die wollten nichts Gutes, das war klar. Genau in dem Augenblick hat mich eine alte Zigeunerin hinter eine zertrümmerte Mauer gezogen und zog mich weiter hinter sich har, so dass ich ihr folgen musste, aber das wollte ich auch, weil die mir vertrauensseliger erschien als die verstrahlten Zombietypen.

An einer sicheren Stelle blieben wir stehen. Sie hatte sich da eine Wohnstätte eingerichtet. Ein Dach gab es zwar nicht, doch dafür musste man sich durch ein kleines Labyrinth schlagen, um zu ihr zu kommen. Kein schlechtes Versteck.
Die Zigeunerin wusste, was in mir vorging. Sie sagte mir, dass ich den Mann, den ich hinterhersehnte, bald wiedersehen würde. Sie wollte mein Haargummi und bot im Gegenzug an, mir die Karten zu legen. Da sie mir vielleicht sogar eben das Leben vor den Schleimmob gerettet hat, ging ich darauf ein. Immerhin wusste sie Einiges, schien also eine echte Kartenlegerin zu sein. In diesen Zeiten ist Vorsicht angebracht. Jeder will nur irgendwas von dir und am Ende liegst du ohne Nieren in einem Straßengraben.

"Was willst du wissen?", fragte sie. Die Karten sollten mir sagen, wie ich meinen Expartner zurück kriegen konnte. Und vor allem ob und wann ich ihn jemals wiedersehen würde. Ich sagte ihr auch, dass er inzwischen bei den Aasgeiern war, wonach sie bedrückt den Kopf schüttelte. Dann legte sie mir ihre Herzen und Piks und Kreuze auf den verbeulten Mülltonnendeckel, der als Tisch diente.
Ihr Gesicht erhellte sich, als sie mir versprach, dass ich ihn früher wiedersehen sollte, als momentan vermutet. Sogar sehr, sehr bald. Und sie sollte recht behalten. Auch damit, dass danach alles anders werden sollte für mich.

Es war am Tag darauf. Da kamen die von der Staatlichen Sicherheit von überall. Sogar ein Rotorentransporter flog über unserer Stelle. Die wollten mich, wie es sich gleich zeigen sollte.
Als der Transporter landete, stellte sich ihnen der Funky in den Weg. Wollte sich wichtig machen, lallte etwas von Bürgerrechte. Ein Typ mit Narben im Gesicht und einem grauen Stiftelkopf schoss ihm ins Herz. Es war der Oberchef der Staatlichen Sicherheitstruppe, die hier bei uns einfiel. So endete jedenfalls die Geschichte vom Funky. Meine aber sollte noch weiter gehen.

Sie flogen mich weg. Während des Fluges musste ich so sitzen, dass es unmöglich war aus dem Fenster zu sehen, um nicht zu erkennen, wohin sie mich brachten. Es war ein Lager, etwas wie ein riesiges Outdoor-Gefängnis und die Insassen waren meist Aasgeier und Kojoten, voneinander getrennt durch hohe Stahldrahtzäune. Ansonsten wären die übereinander hergefallen, weil sie sich im Krieg befinden, gegeneinander und gegen das, was sie als Staat bezeichnen.
Mir war komisch. Das Schicksal, das mir die Kartenlegerin prophezeite, war dabei sich zu erfüllen. Das begriff ich recht bald, denn sie führten mich in eine kalten Raum, in dem lauter Leichen auf dem Boden lagen. Einer der Wachhunde machten sich an einen von ihnen gerade zu schaffen, als wir den Raum betraten.

Die Wachen verscheuchten den Wolfshund sofort. Sie wollten nicht, dass die sich an Menschenfleisch gewohnten, vor allem nicht an Aasgeier und Kojoten, die schon mehrere Tage tot waren. Ich wusste sofort, was Sache war. Die hatten irgendwelche Fotos bei meinem toten Ex gefunden und durch ihre Spionagemaschinen laufen lassen. So fanden sie mich. Und nun sollte ich ihnen nur bestätigen, wer er früher war. Wenn ich nicht mitgespielt hätte, wäre das sehr wahrscheinlich mein Ende gewesen, aber warum hätte ich das herbeiführen sollen? Naja, vielleicht wäre es die Erlösung gewesen, doch die Sache mit der Kartenlegerin machte mir Mut. Es war ein Mut, weiterleben zu wollen.

Als ich meinen Verflossenen so daliegen sah, spürte ich Nichts. Ich sagte ihnen seinen Namen, wo wir vor den Katastrophen wohnten, dass wir beinahe ein Kind in die Welt gesetzt hätten, wenn nicht die Strahlung der geschmolzenen Atomkörner gekommen wäre. Ich musste ihnen von unseren damaligen Freunden erzählen, aber vor allem von seinen späteren, bevor wir uns getrennt hatten. Dann brachten sie einen rein, einen lebenden Aasgeier. Ich erkannte ihn gleich. Es war der Typ, der ihn damals überzeugte, sich den Gesetzlosen anzuschließen. Irgendwie waren die von der Sicherheit zufrieden. Sie versprachen mir, mich an einen besseren Ort zu bringen, wenn ich ihnen mehr erzählte. Sie zeigten mir Fotos, sie führten Leute vor. Mein Ex muss da anscheinend ein ganz Wichtiger geworden sein. Das war typisch für ihn. Ich konnte denen nicht so viel sagen, aber zwei erkannte ich, vor allem den, den sie "Computergenie" nannten. Und das war es dann auch.

Der Rotorentransporter brachte mich in ein neues Leben. Sie flogen mich weg in ein Zeltlager in den Bergen. Es gab da Wasser und richtiges Essen. Das hatte mir die Kartenlegerin nicht erzählt, nur die Sache mit dem Ex. Doch ihre Deutung veränderte mein Leben. Oder das was davon noch übrig war.

Donnerstag, 24. März 2011

Kopfgeldjäger

Dass mal in unserem Viertel jemand gesucht wird ist so normal wie der tägliche Tageseinbruch. Doch bekommen tun sie meist niemanden. Obwohl das eine Frage der Schwingungen ist, auf die sich die Gesuchten bewegen.
Die Hardcoretypen, denen so ziemlich alles auf den Versen ist und deren Steckbrief in den Nachrichten erscheint, die haben sie meist gleich, da können die sich noch so tief in die Katakomben verbuddeln. Doch wer einfach nur irgendwie was ausgefressen hat, der ist hier meistens sicher. Zumindest war es das mal, bis in dem dicht gemachten Laden für Nähstoffe und Strickwolle eine dieser Kopfgeldjägeragenturen aufgemacht hat. Unsere ganzen Typen aus dem Viertel standen dort am Anfang Schlange. Ein paar der Spinner hofften auf einen Job mit Knarre und einer dicken Brieftasche. Als ob es so etwas ausgerechnet für die gibt. Nie und nimmer. Bekommen haben sie dann höchstens ein paar Biermarken für die Kantine. Da man so etwas wie die in so etwas wie einer Kantine aber nie reinlässt, mussten sie den beiden Pförtnern noch die Hälfte der Marken abgeben, damit die es für sie holten. Hergegeben haben sie dafür ihre Selbstachtung, denn als Gegenleistung für die Marken haben die den Kopfgeldjägerleuten wahrscheinlich alles erzählt, über unser Viertel, wer sich da so rumtreibt und wer wahrscheinlich vor etwas auf der Flucht ist.

Gleich in der ersten Woche haben die Kopfgeldjägertypen so richtig aufgeräumt und alles, was die feinen Herren von der staatlichen Polizei nicht selbst anfassen wollten, ins Zuchthaus oder in die Schuldnerfabriken gebracht. Deren Belohnung war sicher höher als nur ein paar Biermarken.

Donnerstag, 10. März 2011

Nachtasyl

Wenn es Nacht wird in unserem Viertel, dann muss man sich als Normalsterblicher schon ein wenig Sorgen um seinen Schlafplatz machen. Garantiert ist gar nichts mehr, seitdem sie das Nachtasyl, wie wir es nannten, zugemacht haben. Es lag in der Turnhalle in einer der geschlossenen Schulen. Dort standen lauter Feldbetten nebeneinander. Auf der einen Seite die Männer und auf der anderen die Frauen, aber so genau nahm das Niemand. Doch die meisten Frauen wollten lieber geschützt unter sich sein, wenn das irgendwie möglich war, wenigstens meistens. Obwohl es in diesen harten Zeiten nicht schaden konnte, jemanden Starken um sich zu haben, der zuschlagen und für Schutz sorgen konnte.

An unserer Stelle kann es ganz schön rau zugehen und niemand hilft einem, wenn es darauf ankommt. Die Bürgermiliz hält es nicht für lohnend , regelmäßig bei uns vorbeizuschauen. Wer soll einen schon beschützen? Der Funky etwa? Lache! Wenn einem jemand hier böses will, dann schafft er das auch. Im Nachtasyl ging es wenigstens zivilisierter zu. Doch die Schule ist inzwischen nicht mehr zu betreten. Nachdem sie das Asyl geschlossen hatten, wurden da Blinde untergebracht, eine Weile. Die haben überall ihren Dreck liegen gelassen und irgendwann haben sie die ganze Turnhalle voller Mist gemacht. Bis dann die Bulldozer kamen und die Halle abgerissen hatten. Das Schulgebäude selbst ließen sie stehen, doch da war der Zutritt sowieso verboten. Wer da rumschnüffelt, fängt sich schnell eine Kugel in den Oberschenkel ein. Das müssen mächtige Obermotze sein, dort. Angeblich kam von denen auch das Geld für das alte Nachtasyl, obwohl sie noch nie von jemanden gesehen wurden. Die fahren immer mit ihren gestohlenen Panzerwagen durch die Gegend und erledigen undurchsichtige Geschäfte. Könnten uns ruhig auch mal was rüberwachsen lassen.

Mittwoch, 2. März 2011

Kaufparadies der Träume

Tagein, Tagaus sitzen wir da und beobachten das Kaufhaus der Träume. Doch leider sind Träume nur Schäume.
Der Geruch von frisch gemahlenen Kaffeebohnen aus der Feinschmeckerecke dringt manchmal durch die Pforten dieses Paradieses. Dann fühlen wir normalen Sterblichen uns näher an der heilen Welt, aus der wir vor langer Zeit gejagt wurden oder die wir nie betreten durften.

Ganz selten steigen auch mal die erlesensten Düfte der Parfümerie auf dem Keller nach oben. Es ist diese Mischung aus Leder, Kölnisch Wasser und Tabak, die sich dann wie ein Zauber über den Harkonnenplatz legt. Vielleicht kommt noch ein wenig Zimt mit einer Prise Lavendel dazu - durchwirkt von einem kräftigen Schuss Limone. So ungefähr muss es im Himmel bei den Engeln riechen. Das werden wir hoffentlich dann auch erleben, wenn das Leid hier auf Erden vorbei ist.

Zu denen gehören wir jedenfalls nicht, zu den Menschen, die von Gott ausersehen wurden, schon zu Lebzeiten so halb im Paradies zu liegen. Das sind Jene, die im Kaufhaus der Träume ein und aus gehen, die dem Pförtner, wir nennen ihn Buckelkarli, mal eine Münze zustecken und ganz stolz ihren frisch gekauften Honigwein lässig schlendernd nach Hause tragen.

Dienstag, 22. Februar 2011

Lumpenstilzchen

Mein berühmter fester Freund ist das Lumpenstilzchen, genau wie aus dem Märchen. Er ist in der gesamten Gegend bekannt wie ein bunter Hund. Selten, dass er mal zu unserer Stelle bei der Brücke kommt, ohne dass ihn jemand vorher ansagt. Das Lumpenstilzchen ist ein Meister der Tarnung. Man nimmt ihn immer so wahr, wie er das möchte. Wenn einer von der Miliz oder sogar ein richtiger Polizist ihn ansieht, sieht er grau in grau. Eine zerlumpte Gestalt ohne Statur, Gesicht, Charakter. Er wirkt wie ein einziger großer lebendiger Lumpen, nur ohne wirklich zu leben.

Mein berühmter fester Freund ist das Lumpenstilzchen, genau wie aus dem Märchen. Er ist in der gesamten Gegend bekannt wie ein bunter Hund. Selten, dass er mal zu unserer Stelle bei der Brücke kommt, ohne dass ihn jemand vorher ansagt. Das Lumpenstilzchen ist ein Meister der Tarnung. Man nimmt ihn immer so wahr, wie er das möchte. Wenn einer von der Miliz oder sogar ein richtiger Polizist ihn ansieht, sieht er grau in grau. Eine zerlumpte Gestalt ohne Statur, Gesicht, Charakter. Er wirkt wie ein einziger großer lebendiger Lumpen, nur ohne wirklich zu leben.

Das Lumpenstilzchen kann aber auch anders. Dann durchläuft er eine richtiggehende Metamorphose. In solchen Momenten wird er zum regelrechten Hahn, packt rote Schleifen aus und tanzt wie ein wildgewordener Papagallo herum, zieht seine Show ab und verteilt auch mal etwas von seinem Diebesgut. Gläser, Pfannen, Blumentöpfe, Sachen eben, die Leute an offenen Fenstern stehen lassen. Neulich kam er mit einem dampfenden Blechkuchen an und gab allen, die schnell genug waren, ein Stück davon ab. Solche Dinge vergisst ihm hier niemand. Da Dankbarkeit aber ein Luxus ist, den man sich auf der anderen Seite des Lebens nur selten leisten kann, hat das Lumpenstilzchen mit all seinen generösen Taten vielleicht weniger Kredit angesammelt, als es denkt.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Verhinderter Reliquienhandel

Die heilige Hertha ist eine Nonne, die sich gemeinsam mit ein paar ihrer Ordensschwestern um uns kümmert. Sie traut sich, wenn es anders nicht geht, sogar alleine in unsere Gegend. Die von der Bürgermiliz sind ja auch noch da und außerdem würde ihr niemand etwas antun oder sie ausrauben. Eigentlich.

Das Problem war, dass jemand so viele Schulden hatte, die er nicht mehr bezahlen konnte, dass er seinen Daumen als Tribut anbot. Der Schuldner nahm das an und verkaufte den Daumen mit Gewinn weiter. Das lag ein fach daran, dass es nicht der Daumen von Irgendwem war. Bald wurde die Sache mit den Körperteilen Mode. Sie wurden zu einer Ersatzwährung, wenigstens unter den größeren Nummern.

Die heilige Hertha ging mit ihrem Verbandskoffer einfach zur falschen Zeit an den falschen Parkbänken vorbei. Diese versoffenen Erbsenhirne meinten, weil Hertha eine Heilige war, dass ihre Körperteile besonders viel Wert sein mussten, so rein zum Weiteverkauf, wie man sagt. Der Funky war bei ihnen und bekam alles mit.

Zu zehnt bis fünfzehnt stürzten sie sich auf die Nonne und wollten sie, was auch immer, irgendwie so viele Körperteile wie möglich abgreifen, wahrscheinlich. Wenn nicht ein paar von der Bürgermiliz gekommen wären, wer weiß was von der heiligen Hertha übriggeblieben wäre, wahrscheinlich gar nichts.
Die Miliztypen waren zwar weniger, aber sie trieben das zerlumpte Rudel mit ihren Schlagstöcken und Elektroschocker weg. Einer zog angeblich sogar ein Schrotgewehr, doch ohne auf das Rudel zu schießen.

Seitdem sichert die Miliz alle Unternehmungen der Ordensschwestern und der ansässigen Kirche. Sie tragen nun alle diese Kreuzabzeichen und kommen sich vor wie eine Art himmlische Polizei. Immerhin drangsalieren sie niemanden mehr, der es nicht verdient hat.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Die von der Bürgermiliz

Wenn uns die Helfer vom Poguesplatz nicht gelinkt hätten, wäre alles anders gekommen. Wir haben nur ein paar Fischköpfe gewollt, aber selbst das haben uns die Zaren und Bojaren von der Ausgabestelle nicht gegönnt. Funky hat ihnen sogar ein paar Streichhölzer gegeben. Das haben die aber geleugnet, als die Leute von der KPPM kamen und für Recht und Ordnung sorgten. Wenn das sonst niemand macht, machen die es eben. Aber die KPPM Bürgermiliztypen sind auch keine Götter oder so. Sie können die Ausgabetypen ja nicht killen, nur weil jemand wie Funky denen steckt, von den freiwilligen Helfern beklaut worden zu sein.

Der Funky wird sicher nicht lockerlassen und beim Amt darüber ablästern. Als ob das was bringt. Die schauen einen immer nur mit angestrengten Gesichtern an und tun so als ob sie nicht verstehen was man ihnen sagt, während sie Besorgung vorheucheln. Vor allem bei Typen wie dem Funky. Dem faulen doch nicht nur die Zähne, der ist doch schon ein Zombie. Dabei müssen selbst wir nicht völlig verwahrlosen. Neulich hat der mich angemacht. Wollte mich ein Stamperl von seinem selbst gebrannten Gemüseschnaps trinken lassen, wenn ich.... Aber nicht einmal für drei Halbe Bier würde ich mit dem. Da sehe ich mich schon eher bei den Typen von der Miliz. Mit ein paar anderen Sachen und nach einem Waschtag würden auch die feinen Herren sich vielleicht dazu herablassen, mir etwas Aufmerksamkeit zu schenken.

Jetzt krallen sich die KPPM Typen den Funky. Üble Sache. Das haben sie noch nie getan, so aufgetreten. Aber wer weiß was der ihnen an den Kopf geworfen hat.

Dienstag, 1. Februar 2011

Des Haifischs Zähne

Ich bin die Zähne des Haifischs,
ich bin die wütende Smyrze.
Die Frau, die eine Blechkonserve an einem offenen Feuer erhitzt.
Eine Wand von Wellen fliegt auf mich zu,
während ich mit den anderen Vagabunden den Tag verschwende.

Ich sitze hier und warte auf bessere Zeiten,
winke Seeleuten zu, von der anderen Seite.
Mit Matrosen konnte ich früher, egal mit welchen.
Bin selbst auf der anderen Seite,
direkt gegenüber eines besseren Lebens.

von Taschendiebjenny
logo

taschendiebjenny

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Blick auf die Menschheit
Taschendiebjenny sitzt auf einer Wolke und begreift....
taschendiebjenny - 29. Apr, 19:27
Eine neue Zukunft
Hier sitze ich auf den Gipfeln des Berges, blicke auf...
taschendiebjenny - 12. Apr, 20:39
Ex zurück und alles gut
Das dachte ich wenigstens eine Zeit lang. Dass ich...
taschendiebjenny - 30. Mär, 20:00
Kopfgeldjäger
Dass mal in unserem Viertel jemand gesucht wird ist...
taschendiebjenny - 24. Mär, 19:24
Nachtasyl
Wenn es Nacht wird in unserem Viertel, dann muss man...
taschendiebjenny - 10. Mär, 20:04

Links

Suche

 

Status

Online seit 5488 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 29. Apr, 19:27

Credits


Blogtheater
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren